Lasst Globus nach Trier!

Die Jungen Liberalen Trier/Trier-Saarburg und die Trierer Jusos begrüßen die von der Globus-Gruppe anvisierte Ansiedlung eines neuen Globus SB-Marktes in Trier-Euren. Ein solcher Markt würde die Attraktivität Triers als Einkaufsstandort stärken und dazu führen, das überregionale Einzugspotenzial besser abzuschöpfen, ohne jedoch die Trierer Innenstadt zu benachteiligen.

Vor diesem Hintergrund unterstützen wir die Initiative des Oberbürgermeisters Wolfram Leibe (SPD), noch vor der Kommunalwahl bei der Aufsichtsbehörde SGD Nord ein Zielabweichungsverfahren für die Ansiedlung eines Globus SB-Marktes auf dem firmeneigenen Gewerbegebiet in Trier-Euren zu beantragen.

Leider wurde dieser Vorschlag durch die Dezernenten Thomas Schmitt (CDU), Andreas Ludwig (CDU) und die Dezernentin Elvira Garbes (Bündnis 90/Die Grünen) im Stadtvorstand abgelehnt. Er wird sogar konterkariert durch das gleichzeitige Vorlegen des Vorschlags, nach dem nun erst einmal alternative Standorte für einen möglichen Globus SB-Markt gesucht und verglichen werden sollen. Das Vorgehen des Stadtvorstands stellt unserer Ansicht nach Hinterzimmerpolitik dar, die den Zweck verfolgt, das Verfahren so lange in die Länge zu ziehen, bis das Unternehmen Globus sein Interesse an dem Standort Trier verliert.

Dieser taktische Schritt der Dezernentin und der Dezernenten erscheint umso unverständlicher, da sich die Stadt Trier nun bereits seit mehr als zwei Jahren in enger Abstimmung mit der Globus-Gruppe befindet. Eine solche Politik lässt die Stadt Trier als unzuverlässigen Ansprechpartner erscheinen und birgt somit die Gefahr, dass mögliche Investoren in Zukunft einen Bogen um Trier machen werden.

Verzicht auf Gewerbesteuereinnahmen und Schaffung von Arbeitsplätzen

Weiterhin besteht schon jetzt die Gefahr, dass Globus einen Markt im stadtnahen Umfeld errichtet und es so letztlich dazu kommt, dass der Stadt Trier mögliche Gewerbesteuereinnahmen von mehreren hundert Tausend Euro pro Jahr entgehen.

Darüber hinaus würde ein Globus SB-Markt für Trier weitere 350 – 450 neue Arbeitsplätze schaffen. Dies scheint jedoch für oben genannte Dezernenten keinen Grund zu sein, im Interesse der Stadt Trier und seiner Bevölkerung zu entscheiden.

Daher sprechen wir uns deutlich für das Einleiten des wie bisher geplanten Zielabweichungsverfahren aus.

Dem Argument, die beiden bisherigen Gutachten kämen zu eklatanten Widersprüchen, können wir auch nur entschieden entgegentreten.

Das Gutachten, das von der Firma Globus bei CIMA – welche auch damals das Einzelhandelskonzept 2025+ der Stadt Trier begleitete – in Auftrag gegeben wurde, berücksichtigt sinnvollerweise ein wesentlich größeres Einzugsgebiet. Im Hinblick auf den regen Besuch des 40 Kilometer entfernten Globus Marktes Losheim am See durch Triererinnen und Trierer erscheint diese Berücksichtigung nachvollziehbar und richtig. Ein weiteres Beispiel stellt der Globus in Saarbrücken-Güdingen dar, welcher zu etwa 30 Prozent französische Kundinnen und Kunden begrüßen kann, die ebenfalls bis zu 40 Kilometer zurücklegen.

Im Gegenzug bezog sich das von dem Büro Dr. Lademann & Partner für den Handelsverband Trier erstellte Gutachten nur auf ein Einzugsgebiet in drei Zonen. Zum ersten auf die Stadt Trier (Zone 1), die Stadt Konz (Zone 2) und die direkt angrenzenden Nachbarkommunen (Zone 3).
Diese Einteilung ist nach unserer Auffassung zu klein, da hier weder die Kommune Schweich, noch unser Nachbarland Luxemburg als grenzüberschreitendes Einzugsgebiet berücksichtigt werden.

Weiterhin mag uns die Aussage von Dezernent Ludwig nicht überzeugen, dass das neue Vorhaben „nicht länger dauern als ein einfaches Zielabweichungsverfahren“ wird.

Auswirkungen auf die Innenstadt

Globus hat sich laut unseren Informationen mit dem Stadtrat darauf verständigt, einen Vertrag einzugehen, der vorsieht, die vorhandenen und schützenswerten Strukturen der Innenstadt Triers zu berücksichtigen, in dem es ein im Vertrag mit Trier festgelegtes, nur beschränktes Angebot der innenstadtrelevanten Güter (insb. durch eine Deckelung des non-food Anteils des Sortiments) zum Kauf anbietet.

Hierbei gilt ebenfalls zu beachten, dass Globus die Fach- und Beratungskompetenz der örtlichen Fachhändler nicht ersetzen kann und somit auch nicht mit ihnen im Wettbewerb steht.

Alleine der in Trier-Euren angesiedelte Real Markt wird von einer Ansiedlung eines Globus SB-Marktes getroffen werden. Hierbei ist jedoch zu bedenken, dass es sich bei Real, wie bei Edeka, Aldi oder Märkte der Schwarz-Gruppe um Unternehmen handelt, die deutschlandweit größer sind als Globus selbst.

Wer also eine zukunftsfähige Politik für Trier möchte, muss sich genau überlegen, wo er bei der anstehenden Kommunalwahl sein Kreuzchen setzt.